Es ist fast 50 Jahre her! Im Sommer 1972 blickte die ganze Sportwelt nach München, wo die Olympischen Spiele stattfanden. Aber nicht nur Fans und Sportler freuten sich auf das Ereignis. In diesem Artikel wollen wir zurückblicken und eine Innovation hervorheben, die bei den Spielen eingeführt wurde - den PUMA Claw Shoe. Diese Laufschuhe wurden in Zusammenarbeit mit dem multinationalen Chemieunternehmen BASF entwickelt.
PUMA "Besenstiel" TAHOE, 1968
PUMA "Besenstiel" TAHOE, 1968
DER ERSTE WAR DER “TAHOE”-BÜRSTENDORN
Vier Jahre zuvor, im Vorfeld der Olympischen Spiele in Mexiko City, hatte PUMA einen besonderen Leistungsschuh herausgebracht: den “Brush Spike”-Schuh namens TAHOE. Der Grund für diese Neuentwicklung war, dass die Laufwettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen 1968 erstmals auf Kunststoffbahnen (Tartanbahnen) ausgetragen wurden. Der TAHOE war nicht nur der erste Sportschuh mit einem Klettverschluss, sondern verfügte auch über 68 in Reihen angeordnete Spikes im vorderen Teil der Sohle. Obwohl diese Spikes nur vier Millimeter lang sind, sorgten sie für eine wesentlich bessere Traktion auf den neuen Kunststoffbahnen.
Wir schickten eine Kollektion der Schuhe ins Trainingslager der US-Läufer, und die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Läufer fühlten sich nicht nur sofort wohl mit dem Schuh, sondern brachen darin auch mehrere Weltrekorde. Die IAAF (Internationaler Leichtathletikverband) diskutierte jedoch darüber, ob die dünnen Nadeln des Bürstenschuhs als Spikes angesehen werden können. Nach den damaligen IAAF-Regeln - die auch heute noch gelten - waren Laufschuhe mit mehr als elf Spikes nicht erlaubt. Die kurzen Metallspitzen wurden als Spikes gewertet, was dazu führte, dass der Schuh noch vor Beginn der Olympischen Sommerspiele verboten wurde.
Vier Jahre zuvor, im Vorfeld der Olympischen Spiele in Mexiko City, hatte PUMA einen besonderen Leistungsschuh herausgebracht: den “Brush Spike”-Schuh namens TAHOE. Der Grund für diese Neuentwicklung war, dass die Laufwettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen 1968 erstmals auf Kunststoffbahnen (Tartanbahnen) ausgetragen wurden. Der TAHOE war nicht nur der erste Sportschuh mit einem Klettverschluss, sondern verfügte auch über 68 in Reihen angeordnete Spikes im vorderen Teil der Sohle. Obwohl diese Spikes nur vier Millimeter lang sind, sorgten sie für eine wesentlich bessere Traktion auf den neuen Kunststoffbahnen.
Wir schickten eine Kollektion der Schuhe ins Trainingslager der US-Läufer, und die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Läufer fühlten sich nicht nur sofort wohl mit dem Schuh, sondern brachen darin auch mehrere Weltrekorde. Die IAAF (Internationaler Leichtathletikverband) diskutierte jedoch darüber, ob die dünnen Nadeln des Bürstenschuhs als Spikes angesehen werden können. Nach den damaligen IAAF-Regeln - die auch heute noch gelten - waren Laufschuhe mit mehr als elf Spikes nicht erlaubt. Die kurzen Metallspitzen wurden als Spikes gewertet, was dazu führte, dass der Schuh noch vor Beginn der Olympischen Sommerspiele verboten wurde.
Der PUMA-Krallenschuh, der in Zusammenarbeit mit der BASF entwickelt wurde, ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Sportschuhs.
Helmut Fischer, Gründer des PUMA-Archivs und bekannt als Mr. PUMA
ZUSAMMENARBEIT MIT BASF
Neben der begrenzten Anzahl von Spikes mussten bei der Entwicklung geeigneter Laufschuhe auch andere Aspekte berücksichtigt werden, wie z.B. der durch die Spikes verursachte Verschleiß von Kunststoffbahnen. Um Lösungen zu finden und einen verbesserten Nachfolger des “Brush Spike”-Schuhs zu entwickeln, initiierte Armin Dassler eine Partnerschaft mit einem ausgewiesenen Spezialisten für Kunststoffe: DIE BASF AG. Nach Analysen verschiedener Prüf- und Sportinstitute, wie dem Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln oder dem Institut für Physiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wurde eine innovative neue Sohle aus dem BASF-Kunststoff Ultramid entwickelt und anstelle der üblichen Spikes wurden gegenläufige und versetzte Krallen aus Ultramid in die Sohle integriert. Nachdem diese innovativen Sohlen zu kompletten Schuhen verarbeitet worden waren, fanden die ersten Praxistests mit Spitzensportlern wie Joachim Eigenherr statt, die die neuen Schuhe auf Herz und Nieren prüften.
Neben der begrenzten Anzahl von Spikes mussten bei der Entwicklung geeigneter Laufschuhe auch andere Aspekte berücksichtigt werden, wie z.B. der durch die Spikes verursachte Verschleiß von Kunststoffbahnen. Um Lösungen zu finden und einen verbesserten Nachfolger des “Brush Spike”-Schuhs zu entwickeln, initiierte Armin Dassler eine Partnerschaft mit einem ausgewiesenen Spezialisten für Kunststoffe: DIE BASF AG. Nach Analysen verschiedener Prüf- und Sportinstitute, wie dem Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln oder dem Institut für Physiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wurde eine innovative neue Sohle aus dem BASF-Kunststoff Ultramid entwickelt und anstelle der üblichen Spikes wurden gegenläufige und versetzte Krallen aus Ultramid in die Sohle integriert. Nachdem diese innovativen Sohlen zu kompletten Schuhen verarbeitet worden waren, fanden die ersten Praxistests mit Spitzensportlern wie Joachim Eigenherr statt, die die neuen Schuhe auf Herz und Nieren prüften.
PUMA-Krallenschuh mit Sohle und Spikes aus Ultramid, 1972
Aber wie würden sich die neuen Schuhe in einem echten Rennen verhalten? Und wie hoch wäre der Verschleiß? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wandte sich die BASF an die AWETA, die unter der Leitung des Ingenieurs Erich Strickle ein völlig neues Testgerät entwickelte: den “künstlichen Läufer”. Angetrieben von einem Drei-Pferde-Motor konnten die “Beine” des Geräts mit stufenlos einstellbarer Geschwindigkeit betrieben werden. Um die vom “Kunstläufer” zurückgelegte Strecke zu erfassen, wurde die “Bahn” beweglich gestaltet. So konnten die Schuhe bei den unterschiedlichen Belastungen, die bei den verschiedenen sportlichen Disziplinen auftreten, ausgewertet werden.
Der Klauenschuh wurde im Frühjahr 1972 auch auf nassem und schmutzigem Untergrund getestet (Bildrechte: BASF Corporate History)
Für mich ist der PUMA Claw Shoe nach dem Verbot des legendären PUMA Brush Spike ein weiteres Zeichen von PUMAs Stärke für neue Innovationen.
Helmut Fischer
MÜNCHEN '72
Nach umfangreicher Entwicklungsarbeit präsentierten PUMA und BASF am 11. März 1972 auf der ISPO-Messe in München den “Klauenschuh” - auch bekannt als “München72”. Der Klauenschuh wurde erfolgreich bei den deutschen Leichtathletik-Wettkämpfen im Vorfeld der Olympischen Spiele eingesetzt. Nach Angaben der BASF hielt die nigerianische Olympiamannschaft ihr Trainingslager in Hemsbach ab und nutzte die Gelegenheit, den Klauenschuh zu testen. Die afrikanischen Athleten äußerten sich positiv über den Schuh und erklärten, dass sie ihn auch gerne bei den Olympischen Spielen tragen würden.
Nach umfangreicher Entwicklungsarbeit präsentierten PUMA und BASF am 11. März 1972 auf der ISPO-Messe in München den “Klauenschuh” - auch bekannt als “München72”. Der Klauenschuh wurde erfolgreich bei den deutschen Leichtathletik-Wettkämpfen im Vorfeld der Olympischen Spiele eingesetzt. Nach Angaben der BASF hielt die nigerianische Olympiamannschaft ihr Trainingslager in Hemsbach ab und nutzte die Gelegenheit, den Klauenschuh zu testen. Die afrikanischen Athleten äußerten sich positiv über den Schuh und erklärten, dass sie ihn auch gerne bei den Olympischen Spielen tragen würden.
Werbung für PUMAs Krallenschuh (1972)
Ob die Sportler dann in München die Krallenschuhe trugen und wie diese Tatsache ihre Leistungen beeinflusste, kann leider nicht abschließend geklärt werden.
Im folgenden Jahr hatten wir den Klauenschuh mit den Ultramid-Spikes unter dem Namen “Ottawa” angeboten. Wir hatten das Schuhmodell bis 1985 vermarktet, aber im Laufe der Jahre wurden Metallspikes zwischen die Krallen eingesetzt.
Im folgenden Jahr hatten wir den Klauenschuh mit den Ultramid-Spikes unter dem Namen “Ottawa” angeboten. Wir hatten das Schuhmodell bis 1985 vermarktet, aber im Laufe der Jahre wurden Metallspikes zwischen die Krallen eingesetzt.
PUMA Kralle 130, 1977
Wir bedanken uns bei den BASF Corporate History Team für die Bereitstellung von Inhalten und Bildern für diesen Artikel.
Der von der Anwendungstechnischen Abteilung (AWETA) entwickelte “künstliche Läufer” beim Dauertest für Sportschuhe, 1972 (Bildrechte: BASF Corporate History)
Helmut Fischer
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